Destiny 2 – Die härteste Nerf-Welle: Warum wir sie brauchen

Dieser Artikel über die uns bevorstehende Nerf-Welle fällt ein wenig anders aus. Seht ihn als eine Art Blog an, denn er enthält ein paar persönliche Gedanken zu dieser Thematik. Daher wird nicht auf die Details eingegangen, wie Bungie explizit eingreifen wird. 

Bungie nimmt uns unser Licht: Warum?

„Wow! Oh, wow!“ – Das war wohl mitunter mein erster Gedanke, nachdem ich mit dem TWAB durch war. Als Jäger sind schon starke Befürchtungen vorhanden, welche Leistung Orpheus Rigg wohl zukünftig bringen werden, wenn man sich darüber bewusst ist, was mit den Galanor-Bruchstücken geschehen ist. Die Warlock-Kollegen trifft es mit der Anpassung des Schädel des schrecklichen Ahamkara genauso hart. Wir sollen also weniger Super-Energie regenerieren. Das ist das primäre Ziel.

Ich sage es hier ganz ehrlich: Ich war nicht überrascht darüber, dass dies geschieht. Nur mit dem Zeitraum habe ich nicht gerechnet. Es mag eine Schande sein, dass von 50 verfügaren Exotik-Rüstungen lediglich eine Handvoll als gut bzw. herausragend zu bewerten sind. Das kann man Bungie durchaus ankreiden. Inkonsequenz, Fehlplanungen und was noch alles dafür verantwortlich ist.

Orpheus Rigg, Phönix Protokoll, Schädel des schrecklichen Ahamkara – diese Exotics sind einfach zu stark in ihrer derzeitigen Form und erhalten deshalb einen Nerf.

Und warum das ein Problem für Bungie darstellt sieht man ganz klar daran welche Art von Content sie nachliefern, damit die Hüter noch vor einer Herausforderung stehen.
Daraus entsteht so etwas wie DIE ABRECHNUNG. Dies ist meiner Meinung nach der Tiefpunkt des PvE-Contents in Destiny 2. Dieser Modus kam nicht gut an und viele Hüter sind wie ich der Ansicht, dass dies der mit Abstand schlechteste Modus ist, den wir je gesehen haben. Gebt mir bitte nachfolgend die Möglichkeit zu argumentieren, warum das so ist.

Was läuft falsch?

Ich sage nicht „Jawohl, nehmt uns unsere Power. Vernichtet alles, was stark ist und uns Spaß macht“. Ich verteidige nicht das, was Bungie nun macht und wie sie eingreifen. Bungie hat sich selbst in diese Situation gebracht und daher verstehe ich die Frustration der Community. Warum befinden wir uns in dieser Situation? Weil wir noch immer im Schatten von Vanilla-D2 leben: das Doppel-Primärwaffensystem, statische Rolls, langweilige Exotics, langweilige Perks, das frustriende Gefühl von nicht vorhandener POWER. Das war die Definition von Vanilla-D2.

Durch die Abstrafung der Community entwickelte Bungie nun eine reaktionäre Philosophie. Sie mussten POWER liefern, Bungie war im Zugzwang. Aber anstatt PROAKTIV zu agieren, agierten sie REAKTIV. Genau das war FORSAKEN. Nichts anderes als eine Reaktion. Mächtigere Waffen, Rüstungen, Perks usw. wurden nachgeliefert und gleichzeitig ist Bungie die Kontrolle entglitten. Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, neuen Content, neue Herausforderungen zu liefern und neue exotische Waffen/Rüstungen einzuführen, die alles andere übertreffen, was jetzt schon zu stark ist.

DIE ABRECHNUNG (gerade Stufe 3) ist die Antwort auf unsere POWER, die wir derzeit mit den oben genannten Exotics haben. DIE ABRECHNUNG wurde explizit für diese Exotics gebaut! Fragt doch mal die Kollegen Titanen, ob sie sich wichtig in diesem Modus fühlen. Die Mehrheit wird mit Nein antworten. Ich will auf keinen Fall mehr so eine Art von Content haben. Klar spreche ich nicht für alle Hüter. Dennoch bleibe ich bei meiner Meinung, dass DIE ABRECHNUNG hundsmiserabler Content ist. Dieser Modus ist fürchterlich und nur deshalb entstanden, weil wir OP sind. Warum gibt es wohl OGER und andere ULTRAS auf der Brücke? Weil die Gegner jetzt einen CHEESE anwenden, müssen um uns aufzuhalten – indem wir aus dem Ring geschleudert werden und uns die Zeit ausgeht, da die Trash-Mobs keinerlei Gefahr für uns darstellen. Das meine ich mit dem Tiefpunkt des PvE-Contents.

Nerf über Nerf – Der Weg aus der Stagnation?

Im Moment ist die Situation in D2 festgefahren. Es gibt eine Meta und so auch keine Freiräume, keine Personalisierung. Jeder trägt das gleiche Gear. Das kann – vorausgesetzt Bungie agiert nun aufgrund ihrer internen Umstrukturierung richtig – sich in der kommenden Saison der Opulenz ändern. Wie sollen wir Hüter dem nachgehen, was einen Looter-Shooter ausmacht? Kontinuierliches Grinden nach dem perfekten Gear, nach den perfekten Waffen, wenn wir eine total eingefahrene Meta haben? Dies wiederspricht der Philosophie des Genres, Destiny verliert dadurch seine Identität. Ein Déjá-vu hatten wohl D1-Veteranen, als sie von der Ankündigung erfuhren, aus der Wispern des Wurms nach dem Nerf wieder eine Schwarze Spindel zu machen. Warum kommt es dazu?

Ist das noch eine Herausforderung, wenn ich die Ritter in der Aszendentenherausforderung CHEESE? Indem ich mich auf einen Baum stelle und mir über Munition keine Gedanken machen muss? Indem die Gegner keinerlei Gefahr für mich darstellen? Stellt der Bosskampf der Stunde-Null-Mission eine Herausforderung dar, indem ich aus der Ferne kontinuierlich auf ihn schieße OHNE mir ebenfalls jegliche Gedanken machen zu müssen?

Es muss sich etwas ändern. Und viele Hüter haben Angst vor Veränderungen. Wenn keine Weiterentwicklung stattfindet, endet das in Stagnation. Destiny darf seine Identität nicht verlieren.
Daher befürworte ich mehr Spitzenwaffen, da sie – ausschließlich aus PvE -Sicht! – keine Game-Changer sind. Die Halsbruch ist stark, aber sie hat Grenzen und ruiniert keinen Modus. Die Fangfrage ist ebenfalls stark, denn sie hat ebenfalls Grenzen und beeinflusst keinen Content. Die 21% Delirium stellt kein Problem dar. Hier greift offenbar bereits eine neue Philosophie. Wer diese Waffen hat, kann sich glücklich schätzen. Jeder Hüter, der sie nicht besitzt, hat aber Alternativen.

Zukunft ins Ungewisse

Ich könnte hier noch viel mehr schreiben. Dadurch wird der Artikel nur unnötig länger. Wir Hüter wollen Herausforderungen. Wir wollen exzellentes Gunplay und wir genießen die Jagd nach Loot. Wir wollen Abwechslung und neuen Content. Und das ist der Knackpunkt. Es geht nicht immer besser und noch besser. Aus Sicht des Designers sehe ich durchaus Schwierigkeiten darin, alle anderen Exotics auf das Niveau der Meta zu stemmen. Dadurch würde mehr Content wie DIE ABRECHNUNG entstehen. Wollen wir, dass sich die Bosse in Destiny so entwickeln, wie sie in Anthem designt sind? Wollen wir sogenannte Bulletsponges? Dies kann nicht unser Anspruch als Hüter sein. Mit dem Start der Saison der Opulenz erfahren wir mehr. Daher lasst uns erstmal positiv in die Zukunft blicken – kritisieren können wir das fertige Endprodukt immer noch.

 

Ich hoffe, ihr versteht die Kernaussage meines Artikels. Teilt uns doch mit, was ihr über die kommenden Änderungen denkt. Schreibt es bitte in die Kommentare, sowie auf Facebook und auf Twitter.

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