Newstipp sendenHome » Allgemein » Pay2Win bei Activision dank Matchmaking-Manipulation? – Mein Kommentar

Pay2Win bei Activision dank Matchmaking-Manipulation? – Mein Kommentar

Aktuell steht Activision mit einem Pay2Win-Patent im Fokus der Spieler-Landschaft. Was ist dran? Wie soll es funktionieren? Und was ist daran so schlimm? Mein Kommentar zum Matchmaking-Manipulations-Patent.

Erst eckt EA mit ihrem Pay2Win-Modell bei Battlefront 2 an, jetzt auch noch Activision? Japp, und zwar auf eine noch erbärmlichere Art und Weise: Über das Matchmaking in Spielen! Wie das Magazin „RollingStone“ berichtet, ist ein Patent aufgetaucht (englisch), das Activision nun zugesprochen wurde. Und in diesem geht es um ein „System und Methode um Mikrotransaktionen in Multiplayer-Videospielen anzukurbeln“. Konkreter: Das Matchmaking eines Spiels und wie man hier durch diverse Tricks die User dazu „anspornt“ Geld für Ingame-Items auszugeben.

Kaufanreize durch „optimiertes“ Matchmaking? Wie soll das gehen!?

Wie das Ganze funktionieren soll? Recht einfach: Eine Idee ist es beispielsweise Spieler mit einem hohen Skill-Level häufiger gegen Low-Skillern antreten zu lassen. Was frustrierend für Low-Skiller oder vielmehr auch Gelegenheitsspieler ist, ist für Activision eine Goldgrube. Zumindest deren Überlegungen und Forschungen nach. Durch diese Methode der Optimierung – pardon – Manipulation des Matchmaking-Systems sollen Gelegenheitsspieler dazu animiert werden angebotene Waffenverbesserungen oder andere Items, die das Skill-Level anheben können, käuflich zu erwerben. So sollen auch Gelegenheitsspieler gegen High-Skiller / Vielspieler „problemlos“ spielen können.

Kauft der Spieler solche Waffen, soll er dafür „belohnt“ werden, in dem er eine Weile lang in Matches gelangt, wo die Waffe ihre Effektivität unter Beweis stellen kann, beispielsweise in dem man gegen ein schwaches Team antritt. Irgendwann geht das Spiel dann von vorne los – denn es gibt IMMER jemanden, der besser ist und eine bessere Waffe hat.

Das Matchmaking-Patent: Eine never ending Cashcow – wenn es funktioniert

Activision hat sich hier eine perverse Art und Weise ausgedacht, wie der Kauf von Items im Spiel angekurbelt werden kann. Das hat nichts mehr mit Spaß am Spiel zu tun – das ist Human Engineering, Abzocke sondergleichen, insbesondere wenn man bedenkt, dass man sowieso schon ein Vollpreisspiel bezahlt hat und dann auch noch vom Spiel dazu verleitet wird noch mehr Geld auszugeben.

Sicherlich wird man auch ohne den Kauf von Items hochleveln können. Nur wer kein Student, Schüler oder arbeitslos ist oder nach der Arbeit nicht den ganzen Abend am Rechner sitzen kann/will, wird hieran kein Spaß haben. Wer nur zockt, weil er sich ein paar wenige Stunden in der Woche kurz vom Stress entspannen will, der hat hier das nachsehen. So macht Gamen keinen Spaß.

Activision sagt, aktuell ist es nicht im Einsatz

Sowohl Activision als auch Bungie haben bereits auf den Bericht reagiert und kommentiert, dass dieses Matchmaking-System nicht im Einsatz ist, es lediglich von einem R&D Team (Research and Development, quasi die Forschungseinrichtung von Activision) unabhängig von bestehenden Game-Projekten im Jahr 2015 entwickelt wurde.

Auch Michael Condrey, Chef von Sledgehammer Games, die Call of Duty: WWII im November veröffentlichen, zeigte sich vom Patent hoch überrascht und versichert allen in einem Tweet, dass er keinerlei Kenntniss von diesem Patent hat und diese Art von Matchmaking in CoD:WWII nicht vorkommt.

Das mag sein, vielleicht aber auch nicht – denn überprüfen lassen sich diese Beteuerungen schlicht und ergreifend nicht. Ist ja kein OpenSource-Projekt. Ich lass das daher mal im Raum stehen.

Fakt ist: Diese Masche der „Verkaufsförderung“ gibt es bereits seit geraumer Zeit in Mobile-Games.  Mobile Games sind da auch noch etwas ganz anderes, sie kosten einen Bruchteil dessen, was ein Vollpreisspiel auf PC/Konsole kostet, oder sie sind gleich als Free2Play erhältlich.

Warum da nicht auch auf PC und Konsole, wo die größeren Umsätze generiert werden? Gerade CoD wird millionenfach gespielt und so sind bereits jetzt Ingame-Items via Supply Drops zur wichtigsten Einnahmequelle geworden.

Mein persönlicher Verdacht

Ich persönlich habe schon seit längerem den Verdacht, dass schon seit Black Ops 3 beim Matchmaking etwas nicht stimmt. Ganz unabhängig von diesem Patent, von dem ich gestern erst gelesen habe. Und das bestärkt mich in meinem Verdacht, dass das System bereits live getestet wurde oder gar noch wird. Die Games von Treyarch dienten in der Vergangenheit öfter als Test-Ballon für Neuerungen, die bei der Community sauer aufstoßen (könnten). Stichwort Vorbereitungen von in der CoD-Community anfangs verhassten Micropayments.

Warum aber mein Verdacht? Ich spiele seit 13 Jahren Call of Duty, vom ersten Teil an. Ich habe alle CoDs gezockt, und habe daher recht viel Erfahrung bei den Games. Ich selbst bin insbesondere in den letzten Jahren immer mehr zum absoluten Gelegenheitszocker. Ich zocke, wenns hoch kommt, 2-3 Stunden die Woche, für mehr reicht meine Zeit meist nicht. Das ist auch bei den vorherigen Call of Duty Titeln so gewesen, da passte (für mich) das Matchmaking recht gut, Win & Loss relativ ausgeglichen, wie ich es in meiner Situation erwarten würde. Man hat ja immer mal einen schlechteren, mal einen besseren Tag.

US Patent 9.789.406, welches Activision zugesprochen wurde: Pay2Win dank manipuliertem Matchmaking

Doch in Call of Duty: Black Ops 3 werde ich schon seit einiger Zeit andauernd in Teams geworfen, die oft deutlich unterlegen sind. 80-90% aller Matche, die ich an einem Tag spiele, sind losses, bei denen ich in der Regel irgendwo auf Platz 1 oder 2 im Team stehe. Und nein, das ist keine Ausnahme, das ist die Regel bei mir. Auch völlig egal, zu welcher Tageszeit – abgesehen davon, dass Nachmittags leicht weniger losses zu verzeichnen sind. Und ich ärgere mich ständig darüber, dass andere immer die besseren Waffen haben – ich hab eben kaum Zeit und Möglichkeiten die Challenges zu meistern. 100 Siege für Waffenbestechungen? In absehbarer Zeit undenkbar. Und genau auf solche Situationen zielt das Patent ab.

Was auch für diese Theorie spricht: Youtuber/Twitch-Streamer. Es gibt diverse Streamer, die massig Zeit haben zum zocken, viele von denen sind wirklich richtig gute Spieler, Highskiller, Leute, die schon fast alles freigespielt haben. Ist ja auch völlig in Ordnung! Auch ich schaue mir interessehalber den ein oder anderen Livestream an und schaut man denen mal länger zu, wird einem unweigerlich auffallen, dass sie auffällig oft gegen Teams spielen, die massiv unterlegen sind. Natürlich gibt’s auch hier hin und wieder Runden, die verloren werden. Und Situationen, die Haarsträubend sind. Aber weit weniger als ich bei mir selbst beobachte. Entspricht dem beschriebenen Schema in dem besagten Patent.

Und mal ganz ehrlich: Wo kann man ein solch manipulatives Matchmaking-System am besten testen, wenn nicht öffentlich im kleinen Kreis, insbesondere auf PC, deren Spielerzahl recht gering und ein Verlust treuer Spieler zu verschmerzen ist?

Und ja – es ist reine Spekulation meinerseits. Aber sicher nicht allzu abwegig, wenn man sich das Patent mal durchgelesen hat, selber programmieren kann und weiß, wie Softwareentwicklung und Software-Testing funktioniert und auch weiß, wie Aktienkonzerne ticken…

Was zum Geier soll das, Activision?

Aber, es ist auch völlig egal, ob an meinem Verdacht etwas dran ist oder nicht: Ein solches manipulatives Matchmaking-System ist so ziemlich der größte Mist, den sich Activision in den letzten Jahren ausgedacht hat, völlig egal, ob es im Einsatz ist oder nicht. Es ist unfair, es ist asozial, es ist pervers. Menschen über Human Engineering – also einer gezielten Beeinflussung eines Menschen – dazu zu bringen mehr Geld auszugeben um ein Ziel zu erreichen ist, mit Verlaub, scheiße.

Activision, EA, Ubisoft und weiß der Geier wer noch alles an solchen Systemen arbeitet: Lasst solche Schweinereien gefälligst bleiben, wenn euch eure Fans auch nur ein Fünkchen Wert sind! Ihr kackt euch damit langfristig nur ans eigene Bein und macht die Games kaputt. Legt endlich wieder Wert auf die Qualität eines Games, dann macht ihr auch mehr Umsatz.

Es wär vielleicht noch was anderes, wenn die Spiele, die mit so einem Matchmaking- oder einem anderen Pay2Win-System ausgestattet sind, Free2Play wären. Aber 60 Euro PLUS Pay2Win? Was ist aus dieser Industrie bloß geworden…

Und wie ist Eure Meinung dazu?

Bitte kommentiert auf GAMERZ.one – diese Diskussion möchten wir zentralisiert dort führen.


In eigener Sache

Wir suchen Leute, die Zeit und Lust haben hier an der Destiny Infobase mitzuwirken! Wir suchen:

  • Newsschreiber PC/Konsole
  • Video-Redakteure
  • Guide/Tutorial-Schreiber

...und alle, die etwas zu unseren Inhalten beisteuern möchten.

Bitte diesen Beitrag dazu lesen. Danke!


Destiny Infobase Telegram Newsletter

Du möchtest immer auf dem Laufenden bleiben? Du möchtest bei wichtigen News wie Serverausfällen, neue Patches oder Infos zu DLCs sofort erhalten? Dann haben wir da was für Dich!

NEU! Der Destiny Infobase Telegram Newsletter!

Weitere News

Über shadesofmett

Send this to a friend

SERVER 2: 88.198.64.16