Destiny 2 – Forsaken: Siegel und Triumph-Punkte. Verschenktes Potential?

Ich habe vor kurzem meinen Wanderer-Titel erzielt. Warum ich trotz des Erfolgs nicht ganz mit der Mechanik die sich hinter den Siegeln und den Triump-Punkten verbirgt zufrieden bin, könnt ihr in diesem Artikel erfahren.

Persönliche Eindrücke

Es gibt diese Augenblicke als Redakteur, bei denen man sich gegenüber euch Lesern und Fans als verpflichtet sieht, ehrliche Worte zu finden und objektiv zu beschreiben warum man mit einem erreichten Ziel unzufrieden ist. Bungie hat für Destiny 2 einen Konkurrenten aus dem eigenen Haus: Destiny 1. Wäre D2 das erste Spiel dieser Art, so gäbe es weniger zu bemängeln. Es ist aber eine Tatsache, dass Bungie nach wie vor damit zu kämpfen hat, an Destiny 1 – Jahr 3 anzuknüpfen.
Ziel des Studios war und ist es – nach eigenen Aussagen aus dem TWAB oder den vidocs – Destiny 2 mit der Forsaken-Erweiterung wieder als Hobby zu etablieren. Das ist nach meiner Sicht nur teilweise gelungen. Vielmehr ist es für mich ein Schritt vor und zwei Schritte zurück.

Triumph-Bücher – Ein kurzer Rückblick zu Destiny 1

Ein kurzer Rückblick für alle, die nicht wissen wie die Progression der Triumph-Bücher in Destiny 1 voranschritt oder worin die Besonderheit lag. Das Abschließen der Bücher „Das Erwachen der Eisernen Lords“ oder auch „Zeitalter des Triumphs“ war deutlich ausgeglichener. Es liegt ein signifikanter Unterschied zu Destiny 2 vor, denn in Destiny 1 mussten Punkte abgearbeitet werden. Das sind Ziele, die ihr selbst kontrollieren konntet. Ziele die motivierten, weil ihr selbst die Möglichkeit hattet in den Prozess einzugreifen. Egal was ihr für eine Aktivität gewählt habt. Ihr seid eurem Ziel jedes Mal näher gekommen. Des Weiteren konntet ihr die Triumph-Bücher leveln und spezielle Belohungen wie beispielsweise Rüstungen, Waffen und Shader beim erreichen diverser Meilensteine abgreifen – dies sorgte für zusätzliche Motivation. Hier ein paar zufällig ausgewählte Beispiele:

  • Strikes in der SIVA-Playlist absolvieren
  • Beende die Quest „Metall und Fleisch“
  • Sammle alle SIVA – Cluster
  • Schließe Eiserne-Lords Beutezüge ab
  • Beende den Zorn der Maschine Abschnitt „Belagerungsmaschine“ auf heroisch in unter 6 Minuten

Triumph-Siegel in Destiny 2

In Destiny 2 hat die Komplettierung eines Siegels einen sehr faden Beigeschmack. Dazu komme ich jetzt.
Hier seht hier meinen Jäger in voller Pracht mit dem Wanderer Titel. Nach einer gewissen Reflektion über das erreichte Ziel kamen Fragen auf. Bin ich damit zufrieden? Hat Bungie mich damit motiviert? Bin ich dadurch etwas besonderes oder hebe ich mich von anderen Hütern ab? Diese Fragen habe ich mit „nein“ beantwortet und ich erkläre euch nun, warum.
Mit den Triumph-Siegeln und den zahlreichen Titeln, die Bungie mit Forsaken eingeführt hat, wollte das Studio erreichen, dass ein Titel etwas besonderes ist. Denn nicht jeder Hüter soll diese Titel erreichen können. Nur die, die mit Herzblut dabei sind, Passion und Durchhaltevermögen beweisen. Das hört sich im ersten Moment gut an. Es gibt jedoch ein großer „aber“…

Die Sache mit dem RNG…

Für alle Titel muss man nur zwei Skills mitbringen: ZEIT und GLÜCK. In den wenigsten Fällen auf die ich noch eingehen werde, ist tatsächlich KÖNNEN gefragt. Ich nenne euch hier ein paar Argumente die aufzeigen, warum es Hüter gibt die durch mangelhafte Mechanik systematisch ausgeschlossen werden, einen Titel zu erreichen.

Für das Zielorte-Siegel und den Wanderer-Titel müssen u.a. die Plaketten „Rote Schlacht“, „Fluch des Osiris und Kriegsgeist“ sowie „Forsaken“ abgeschlossen werden – reines RNG. Um diese Plaketten zu vervollständigen braucht ihr bestimmte Waffen und Rüstungen in der Sammlung. Hier liegt mein größter Kritikpunkt. Um beispielsweise die vier Ikelos-Waffen des Eskalationsprotokolls zu erhalten, müsst ihr entweder 20 Wellen bestreiten oder im schlimmsten Falle 79 Wellen. Es kann also durchaus passieren, dass ihr eine Woche mit einer einzigen Aktivität beschäftigt seid, um eventuell bei einer Plakette voranzukommen. Das hat nichts mit motivierendem und abwechslungsreichen Gameplay zu tun.
Wie sieht es bei Gambit und dem Dredgen-Titel aus?

Nicht viel besser. Die Plakette „Aus Spaß wurde Ernst“ ist ebenfalls reines RNG. Ihr braucht alle Waffen, ein komplettes Rüstungs-Set, die Geist-Hülle, den Sparrow und das Schiff. Vor allem Sparrow und Schiff sind die größte Herausforderung. Diese erhaltet ihr nur, wenn der „Aszendenten-Urzeitler-Servitor“ als Boss in Gambit auftaucht – und dann auch nur als random drop, FALLS ihr ihn besiegt. Ist das andere Team schneller als ihr habt ihr zusätzliches Pech gehabt…

Kritik am System und Bungies Reaktion

Kritik wurde bereits mehrfach via reddit und dem Bungie-Forum ausgeübt und Bungie versprach Verbesserungen. Und tatsächlich: um den Titel „Schmied“ der mit der schwarzen Waffenkammer hinzugefügt wurde zu erreichen, müsst ihr ein paar knackige Challenges absolvieren, die ganz nach meinem Geschmack sind. 100 Waffen schmieden, jeweils 500 Kills mit Jötunn, LeMonarque, Izanagis Bürde und dem Bedrohungslevel erzielen oder den Raid „Geißel der Vergangenheit“ auf makellos abschließen. Das erwarte ich von einem Siegel. Hier ist Skill im Vordergrund und nach diesem Prinzip sollten alle Siegel und damit verbundene Titel ablaufen. Aber auch hier hat Bungie wieder einen Patzer eingebaut. Denn die Plakette „Jahrespass: Schwarze Waffenkammer“ muss ebenfalls abgeschlossen werden.

Das RNG hierbei ist noch frustrierender, denn die Shader erhaltet ihr nur durch das zerlegen von Waffen oder Rüstungsteilen. Der Bergusia Nacht-Shader ist nur über kuratierte Schmiede-Waffen zu bekommen. Waffen mit einer einstelligen % Droprate… ein Schritt vor, zwei Schritte zurück…

Triumph-Punkte – ein Motivationsfaktor?

Der letzte Kritikpunkt in diesem Artikel. Die Triumph-Punkte sind schön und gut – sie liegen jedoch im Verborgenen und werden beim Inspizieren eines Hüters nie angezeigt. Lediglich wenn ein spezielles Emblem ausgerüstet ist, wird die Punktzahl angezeigt, mehr aber nicht. Hier bewegen wir uns in einem Bereich der Bedeutungslosigkeit. Denn anders als auf den Konsolen mit XBL-Erfolgen oder PSN-Trophäen sieht keiner eure persönlichen Meilensteine. Das ist wieder verschenktes Potential.

Ich selbst spiele auf der Xbox und meine Freunde können entweder über XBL oder über die Seite TrueAchievements (auch für Playstation verfügbar) meine Erfolge und Meilensteine öffentlich einsehen. Auf dem Screenshot seht ihr beispielsweise dass ich von über 100.000 Spielern, die auf dieser Seite angemeldet sind und D2 spielen, der 5118. bin, der alle Erfolge erspielt hat und somit das Spiel auf 100% gebracht hat. Ein Meilenstein, den jeder transparent einsehen kann.

Mein persönliches Fazit

Geben die Triumph-Punkte und die Siegel Destiny 2 mehr Tiefe? Das muss jeder Hüter für sich alleine beantworten. Ich persönlich beantworte dies mit „nein“. Die Argumente habe ich hierzu ja schon erbracht. Hätte Bungie das System aus Destiny 1 recycelt würde meine Antwort anders aussehen. Denn die Abstinenz von Belohnungen beim Erreichen einer gewissen Punktzahl ist aus meiner Sicht eine Inkonsequenz. Die größten Konkurrenten für Destiny 2 sind nicht etwa Anthem, The Division oder andere MMO’s. Der größte Konkurrent kommt wie anfangs erwähnt aus dem eigenen Haus: Destiny 1.

Sorgen die Triumph-Punkte bei euch für Motivation? Findet ihr die Mechanik hinter den Siegeln gut wie sie ist? Bitte teilt uns in den Kommentaren, auf Facebook sowie auf Twitter eure Meinung mit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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