Destiny 2 – Destiny-Lore – Kapitel 8: Aunor Mahal

Destiny, eine riesige Bibliothek voller Geheimnisse, Mystik und Lore. Eine gute Gelegenheit, tiefer hinter die Kulissen zu schauen. Eine Gelegenheit in die Geschichten der einzelnen Personen, Geschichten und Orte einzutauchen. Daher beschäftigen wir uns in  dieser Rubrik mit der Lore und dem Grimoire hinter den Geschehnissen. Eine Geschichte in Kapiteln.

Im Kapitel 8 meiner neuen Reihe schweife ich dieses Mal etwas ab. In einem der vorangegangenen Kapitel erzählte ich euch von Eriana-3, die sich aufmachte, um Crota zu erledigen. Sie war Mitglied des Praxianischen Ordens des Feuers. Zu diesem Warlock-Orden gehört auch Aunor Mahal. Eine gute Gelegenheit, einmal dort etwas zu forschen. In Kapitel 8 also geht es um Aunor Mahal und ihre Untersuchungen gegen den Vagabunden und dem Tod an Cayde-6.

“ […] eine Frau: braunhäutig, krummnasig, mit intelligenten Augen und einem harten Blick. Sie trug eine schwarze Warlock-Robe und eine leichte Rüstung darunter. Eine Warlock.“ – Buch: Der Warlock Aunor

Aunor Mahal

„Mein Name ist Aunor. Ich diene den Verborgenen und dem Praxianischen Orden der Warlocks.“

Aunor Mahal ist eine Warlock und ein eifriges Mitglied des Praxianischen Ordens, der sich der anhaltenden Anwesenheit des Vagabunden im Turm widersetzte. Sie ist auch heimlich Mitglied der Verborgenen im Dienst von Ikora Rey.

Über den Orden und die Verborgenen ist leider nicht allzu viel bekannt.

Destiny
Reif der Kormoranen-Klinge

Der Praxianische Orden

Der Praxianische Orden zögert nicht, hört nicht auf. Wenn wir nachweisen können, dass Sie der Menschheit oder der Stadt nachweislich geschadet haben, spielt es keine Rolle, wie weit oder wie schnell Sie rennen. Wir werden Sie fangen. Und Sie werden mit Praxianischem Feuer konfrontiert.“ – Aunor

Der Praxianische Orden ist eine Organisation von Warlocks, die zusammen mit der Letzten Stadt gegründet wurde, um Artefakte im Zusammenhang mit der Dunkelheit aus den Händen der Hüter zu sichern. Das sollte Korruption verhindern. Einer der Kernpunkte des Praxianischen Glaubensbekenntnisses ist, dass die Menschen sich nicht um die Natur der Dunkelheit sorgen sollten, sondern sich stattdessen darauf konzentrieren sollten, sie zu bekämpfen. Der Orden legt vor allem Wert auf Tapferkeit und Dienstbeflissenheit. Die Tapfersten unter ihnen, die beweisen, dass sie bereit sind, sich für andere zu opfern, werden mit dem Kormoransiegel geehrt.

Bekannte Mitglieder

  • Eriana-3  (verstorben)
  • Aunor Mahal
  • Taeko-3 (verstorben) – Dazu mehr in einem anderen Kapitel!

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Untersuchung gegen den Vagabunden

Sie wollen meine berufliche Meinung? Ideen sind mächtige Dinge, und der Drifter hat zu viele. Steigen Sie in die Travestie ein, die er ein Schiff nennt, und werfen Sie ihn aus einer Luftschleuse, bevor die Stadt ein weiteres dunkles Zeitalter erblickt.
– Aunor in ihrem Bericht an den Konsens über den Drifter

Aunor unternahm Untersuchungen gegen die zwielichtige Gestalt des Vagabunden. Sie war der Ansicht, dass seine Anwesenheit im Turm und sein Spielmodus Gambit nicht geduldet werden dürfe. Aus diesem Grund wurde sie von Commander Zavala gebeten, den Praxianischen Orden bei einem Konsens-Treffen über den Vagabunden zu vertreten, um ihren Bericht zu ihren Ermittlungen vorzutragen.

Das Treffen des Konsens

Als sie ankam, hörte Aunor, wie Zavala erklärte, dass er keinen Grund sehe, dem Vagabund einen dauerhaften Pachtvertrag innerhalb des Turms zu verweigern.

Aunor protestierte sofort und teilte dem Konsens mit, dass der Praxianische Orden empfehle, den Vagabund unverzüglich aus der letzten Stadt zu verbannen. Sie bot an, das direkt selbst in Angriff zu nehmen. Zavala bestätigte ihre Meinung, erklärte aber, dass alle Hüter in der letzten Stadt willkommen seien. dieses wiederum veranlasste Aunor dazu ihn zu unterbrechen und wütend zu erklären, dass der Vagabund kein Hüter sei.

Der Chef der Vorhut fuhr fort und erklärte dass alle Wesen, die bereit waren, zur Verteidigung der Stadt zu kämpfen, willkommen waren. Sie erwiderte, dass er sie zur Stellungnahme des Praxianischen Ordens eingeladen hatte und sprach dann den Rest des Konsenses an und erklärte, dass ihr Orden den Vagabund und seine Experimente mit der Dunkelheit als eine Bedrohung betrachtete, die der von Dominus Ghaul und Oryx, dem König der Besessenen, gleichkäme.

Aunor ignorierte die Unterbrechungen von Vollstrecker Hideo und Ikora Rey und wies darauf hin, dass der Vagabund Hüter dazu ermutigte, Partikel zu nutzen um andere Hüter im Gambit zu töten.

Als Zavala jedoch feststellte, dass es keine endgültigen Todesfälle gegeben hatte, gab sie zu bedenken, dass es keine endgültigen Todesfälle gab, von denen sie wussten, und beschuldigte den Konsensus, dem Vagabunden die Interaktion und die Manipulation der Partikel durchgehen zu lassen.

Taube Ohren

Aunor berichtete, dass der Praxianische Orden in den letzten Monaten eine Rekordzahl von Hütern als Abtrünnige gesehen hatte. Das veranlasste  Aarch Jalaal dazu sie zu verspotten und zu hinterfragen was „abtrünnig“ überhaupt bedeutete. Unbeirrt davon fuhr sie fort und erklärte, dass ihr eingereichter Bericht Informationen über Hüter enthielt, die den Titel „Dredgen“ angenommen hatten.

Sie warnte, dass die Ideen des Vagabunden viel zu gefährlich seien, um sie in der Stadt zuzulassen. Sie empfahl, ihn aus der Luftschleuse seines Schiffes zu werfen, bevor er ein weiteres Dunkles Zeitalter über die Stadt bringe. Allerdings war das nicht im Sinne des Konsens, welcher zunächst erst einmal keinerlei Maßnahmen gegen den Vagabunden ergriff.

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Die Untersuchung gegen den jungen Wolf

Sie wissen, dass ich die Interessen der Vorhut im Auge habe. Und jetzt, da ich weiß, dass unserem Helden vertraut werden kann, habe ich vielleicht die Hilfe gefunden, die ich brauche.
– Aunor zu Ikora nach Abschluss ihrer Untersuchung

Am nächsten Tag begann Aunor, die Möglichkeit zu untersuchen, dass der junge Wolf, der Held der Roten Schlacht, möglicherweise für den Mord an Cayde-6 während des Ausbruchs der Hohn-Barone aus dem Gefängnis der Ältesten verantwortlich war. Aunor nutzte eines der Labore des Gensym-Schreiber-Komplexes, um die letzten Augenblicke des Lebens von Sundance, dem Geist von Cayde-6, zu studieren und sich die Aufzeichnungen und Aufnahmen anzusehen.

Die Gensym-Schreiber sind ein in der Stadt ansässiges Kollektiv von Warlock- Wissenschaftlern und -Forschern, die Studien auf verschiedenen Gebieten durchführen. Während praktisch nichts über die Gensym-Schreiber selbst und ihre Funktionsweise bekannt ist, ist ihr einziges bekanntes Mitglied, Asher Mir, einer der führenden Experten für das Studium der Vex und der Besessenen geworden.

Destiny

Nachforschungen zum Tod von Cayde-6

Als Aunor das Material betrachtete, betrat der Vagabund das Labor, verkleidet als ein Warlock. In Kenntnis der wahren Identität des Warlocks begrüßte Aunor  ihn und erklärte, dass sie das Labor nicht mehr lange benutzen würde. Der Vagabund sagte ihr, er habe es nicht eilig und wollte schon immer einen Praxianischen Warlock bei der Arbeit sehen. Aunor versicherte ihm, dass es glamourös sei und erstellte eine raumfüllende Simulation von Sundances letzten Augenblicken, bevor sie von Pirrha, dem Schützen, erschossen wurde.

Ein Hinweis

Als der Computer des Labors bestätigte, dass das Filmmaterial nicht verändert worden war, konzentrierte sich Aunor auf die Kugel, die Sundance zerstörte. Zu diesem Zeitpunkt stellte der Vagabund fest, dass eine normale Hohn-Kugel einen Geist nicht zerstören konnte. Sie ignorierte ihn und ließ den Computer das Projektil als eine Verschlinger-Kugel identifizieren, die normalerweise mit Waffen der Trauer und ihren Schar-Entsprechungen abgefeuert wurde.

Ohne ihn anzusehen, fragte Aunor ihren „Warlock-Kollegen“, was er dachte, und der Vagabund schlug vor, dass Hiraks, der Gedankenverdreher die Kugel hätte herstellen können, da er einen Thronsaal hatte. Aunor wies diese Idee zurück und stellte fest, dass Hiraks Caydes Tod dazu benutzt hatte, seine Thronwelt zu erschaffen.

Der Wolf im Schafspelz

Aunor erkundigte sich nach seinem Namen. Er gab an das er sich Finch nenne. Der Vagabund erkundigte sich, was sie untersuchte. Sie enthüllte ihren Verdacht bezüglich des jungen Wolfs und der Vagabund fragte, ob die Vorhut damit zufrieden sein würde, einen der größten Helden der letzten Stadt zu untersuchen. Aunor antwortete, dass die Stadt den Lichtträgern erlaubte, mit vielen Dingen davonzukommen, mit denen „Finch“ einverstanden war, und fragte, ob der junge Wolf tatsächlich schuld sei.

Sie erzählte dem falschen Warlock, dass er ihren Bericht lesen könne, sobald die Vorhut ihn veröffentlicht habe. Als „Finch“ sich anschickte zu gehen, fragte er sich, was passieren würde, wenn sie feststellte, dass der junge Wolf seine Hand am Tod von Cayde mit im Spiel hätte. Aunor schwor daraufhin, dass jeder, der die letzte Stadt oder die Menschheit schädigen wollte, vom Praxic Order gejagt und gezwungen würde, sich der Wut des Praxianischen Feuers zu stellen. „Finch“ sagte ihr daraufhin, dass sie beängstigend war.

Aunor drehte sich schließlich zu dem falschen Warlock um und sagte ihm, dass er keine Ahnung habe, wie wahr das war.

Nachdem der getarnte Lichtträger verschwunden war, wartete Aunor einen Moment lang schweigend, bevor sie den Computer des Labors anwies, das Filmmaterial erneut zu starten. 

Besuch von Ikora Rey

Kurz nachdem der Vagabund gegangen war, betrat Ikora mit ihrem Ghost Ophiuchus das Labor. Sie  fragte sich, ob der Vagabund dumm genug war, zu glauben, dass er nicht zu erkennen sei. Aunor unterbrach sie und bemerkte, dass sie versucht war, ihm mit ihrer Schrotflinte in den Rücken zu schießen und auf das Eintreffen seines Geistes zu warten, wobei sie vermutete, dass er irgendwo in der Nähe sein musste.

Ikora erinnerte sie daran, dass die Vorhut den Vagabunden noch am Leben brauchte, und fragte sie, wie oft sie Aufnahmen von Caydes Tod durchgesehen hatte. Aunor gab zu, dass sie es sich siebzehn Mal angesehen hatte, auch während ihrer Freizeit, um sicherzugehen, ob sie dem jungen Wolf vertrauen konnte oder nicht.

Meinungsverschiedenheit

Ikora erklärte, dass sie und Zavala die gleiche Schuld hatten und Aunor das wusste. Aber Aunor beschimpfte Ikora, dass sie das Wort eines Hüters mit weniger als einem Jahrzehnt Erfahrung über die Wahrheit eines sterbenden Angehörigen der Vorhut angezweifelt hatte.

Ikora gab an, dass sie Nachforschungen angestellt hatte, um die Wahrheit über den jungen Wolf festzustellen. Aus diesem Grund hatte sie Aunor Zugang zu Sundances sterblichen Überresten gewährt. Aunor gab nun zu, dass es wahrscheinlich war, dass der Hohn all ihre Ressourcen verwendet hatten, um eine Kugel zum Zweck der Tötung von Sundance herzustellen.

Als Ikora dann bat, die Nachforschungen zum Vagabunden zu unterlassen, antwortete Aunor, dass sie die besten Interessen der Vorhut im Herzen habe. Dass sie vielleicht mit Hilfe des jungen Wolfs auch anderen ihre Interessen anvertrauen könne, um die Vorhut vor sich selbst zu retten.

Als Ikora anfing, ihre Absicht in Frage zu stellen, erklärte Aunor, dass es eine Ehre sei, ein Verborgener und Mitglied im Praxianischen Orden zu sein und dass sie immer vorbildlich dienen werde. Sie würde jemanden wie den Vagabunden niemals ignorieren und bat Ikora, ihr zu vertrauen, dass sie ihren Job gut erledige. Ikora stimmte zu, bat sie aber auch um die Wahrung der Interessen der Vorhut. Aunor versprach, dass sie es tun würde.

Auszüge aus Aunors Leben

Lore: Aunor trifft auf Shin Malphur

Die Salzminen

In einem Lager auf einer Klippe über den Salzminen von Trostland hielt ein Mann mit einer Goldenen Kanone zwei Hüter als Geiseln. Hinter ihnen glühte eine aschgraue Silhouette auf dem Felsen.

„Ich habe euch jede Chance gegeben“, sagte der Mann mit der Goldenen Kanone. „Irgendwelche letzten Worte?“

Eine der Geiseln hob den Kopf und holte Atem. Bevor er etwas sagen konnte, explodierte sein Schädel in einem Arkus-Licht-Schauer. Ein Leere-Pfeil schoss durch die Luft und bohrte sich durch den Hals der zweiten Geisel. Er brach zusammen und fiel gegen seinen toten Begleiter.

Der Mann drehte sich um und sah in die Richtung der Schüsse. Die Goldene Kanone leuchtete hell in seiner Faust.

Die Geister der toten Hüter materialisierten sich, um die Gefallenen wieder auferstehen zu lassen — aber sie wurden daran gehindert, als zwei Fesseln durch die Bäume flogen und sich über ihre Gehäuse legten.

Die Geister fielen zu Boden, umgeben von Arkus-Energie, die aus ihren Fesseln strömte.

Lose Steine fielen die Klippe hinunter, als sechs Warlocks, die alle lange, schwarze Mäntel trugen, einer nach dem anderen in das Lager eindrangen. Im Anschlag hatten sie alle Verzichtserklärungs-Schrotflinten.

Der Mann bewegte sich nicht.

Die Frau, die die Warlocks anführte, trat näher an ihn heran. Sie zeigte ihm ein Kormoranen-Siegel und hatte keine Angst vor der flammenden Waffe. „Aunor. Praxianischer Orden.“

„Du störst mich bei einer wichtigen Mission“, sagte er.

„Genau das wollte ich auch gerade sagen“, erwiderte sie. „Diese Geister kommen mit uns. Niemand wird mehr getötet. Dein Ruf wird dich nicht schützen.“

„Deine Zuständigkeit endet in der Stadt“, war die Antwort. „Die beiden sind mein Problem.“

Aunors Blick glühte. „Sie sind Straftäter dritten Grades. Interaktion mit der Dunkelheit auf materieller Ebene, Sammeln und Verbergen von illegalen Artefakten. Wir werden sie rehabilitieren und umerziehen, wenn wir müssen.“

„Und dann machen sie hinter eurem Rücken weiter. Sie sind bereits abhängig. Macht korrumpiert.“

„Du kostest uns Geister – die wir im Kampf gegen die Feinde der Menschheit brauchen. Diese Hüter sind mehr als potentielle Dredgens …“

„Männer wie diese zerstören euch von innen heraus.“

„Basierend auf den Sünden eines Mannes?“

„Mein Kampf ist älter als eurer, Warlock Aunor, und ich werde immer noch kämpfen, wenn eure praxianischen Gesetze vergessen sind und die Letzte Stadt zu Staub zerfallen ist.“

„Du, Shaxx, die Vorhut und all die anderen Problemlöser, ihr stürzt die Stadt in den Untergang.“

Der Mann nahm die Goldene Kanone von einer Hand in die andere und seufzte. Aunor hob ihre Flinte. Die anderen Warlocks taten es ihr gleich.

Der Mann tat nichts. „Shaxx würde es nicht gefallen, wenn ihr alle in Einzelteilen zurückkehrt. Nehmt sie mit. Ich behalte sie im Auge. Wenn sie auch nur falsch atmen, gehören sie mir.“

Er ging in den Wald, seine Faust brannte immer noch. Im Lager wurde es dunkel, als er verschwand.

„Stellt die Geister sicher“, wies Aunor ihr Team an, als sie mit der Waffe im Anschlag das Lager überprüfte.

Lore: Aunor trifft auf Schatten von Yor

Bezirk 125

Die Schatten hatten ihren Geist. Sie waren irgendwie an Fesseltechnologie gekommen – Praxianische Technologie.

Der Sache würde sie beizeiten nachgehen. Wenn sie dann noch leben würde.

Kein Mann mit Goldener Kanone. Kein Einsatztrupp. Keine Verstärkung.

Sie hatte die Spur einer Gruppe von neublütigen Dredgens verfolgt und war mit ihrem Sparrow über die Veridian-Brücke zu einem örtlichen Gensym-Labor geflogen. Aber die Schatten hatten auf sie gewartet.

Von einem versteckten Punkt auf einer Überführung aus hatte eine einzelne Rakete eines schultergestützten Werfers die Straße vor ihr zerstört. Dabei war sie von ihrer Maschine geflogen.

In diesem Moment sah sie noch, dass Bahaghari versuchte, sie in einem Lichtstrahl zu fangen, aber mit einem verräterischen Pfeifen und Knallen brachte eine Fessel ihren Geist zum Schweigen. Und dann fiel sie.

Sie legte sich in den heulenden Wind, um den Fall zu einem kontrollierten Sprung zu machen. Der Aufprall erschütterte sie bis ins Mark und die Kälte des Wassers raubte ihr den Atem, während um sie herum Trümmer in den See regneten.

Sie fing an, die lange Strecke bis zum Ufer zu schwimmen – bis zu einer Straße, von der sie wusste, dass sie sie zur Überführung bringen würde.

**

Sie fuhr mit einem gestohlenen Moskito hoch zur Überführung und blickte auf das schwelende Wrack der Brücke hinunter, von der sie vor einer Stunde gestürzt war. Bahaghari war nirgendwo zu sehen, aber das Visier ihres Helms empfing das Echo einer Leere-Entladung aus einer Scharfschützen-Stellung. Es stimmte mit dem Abschuss-Muster einer schultergestützten Gräfin SA/2 überein.

Sie übermittelte die Daten an den Vagabunden und dafür bekam sie die Koordinaten dreier möglicher Schatten-Verstecke im Gebiet. Ohne Bahaghari musste sie sie manuell in ihr Ortungsgerät eingeben.

Sie wählte die am weitesten entfernte Position und fuhr los.

**

Als sie bei einem verlassenen Lagerhaus in Bezirk 125 ankam, hatten die Schatten bereits Forderungen für die Herausgabe ihres Geists gestellt. Sie wollten grünes Licht, um ihre Sprungschiffe bis Mitternacht aus dem System zu bringen. Ansonsten würden sie Bahaghari töten.

Die Vorhut ignorierte ihre Forderung. Mit Abtrünnigen würden sie nicht verhandeln. Nicht einmal mit Osiris persönlich. Und diese Schatten waren nicht Osiris.

Über sich konnte sie die Magnetbahn aus dem Ostkern hören. Der nächste Zug würde um Mitternacht ankommen.

Sie konnte ein Licht im obersten Stockwerk des rostroten Gebäudes und die Silhouetten mehrerer Personen sehen.

„Ich bin in einem anderen Stockwerk“, sagte Bahaghari. Aunor zuckte zusammen.

„Wie …?“

„Ich habe die Fessel gehackt. Es ist Praxianische Technologie. Wir haben einen Abtrünnigen im Orden.“

„Darüber zerbrechen wir uns später den Kopf. Du bist also nicht im obersten Stockwerk?“

„Nein. Ich bin im Keller. Unter der Straße. Abgesehen von uns ist das Gebäude leer. Denk nicht einmal daran, hier alleine aufzukreuzen. Du brauchst ein Team. Oder ein Gjallarhorn.“

„Ich habe weder das eine noch das andere, Bighari.“

„Denk nicht einmal daran.“

„Ich habe nichts gesagt.“

„So nennst du mich nur, wenn du kurz davor bist, eine Dummheit zu tun.“

**

Das war das erste Mal, dass sie eine Magnetbahn fuhr. Ihr gefiel das kraftvolle Gefühl im Vorderwagen, als sie sah, wie die Welt vorbeiraste.

Der Zug war leer. Vor der Übernahme hatte sie alle Passagiere und den Schaffner aussteigen lassen. Mit einem Kormoranen-Siegel konnte man die Leute zu fast allem überreden.

Es ging jetzt schnell in die Kurve und sie tippte einen Steuerungsbefehl auf ihrem Handgelenk ein.

Eine Reihe von Annäherungsminen auf den Schienen und Trägern explodierten und der Zug raste durch Rauch und Feuer nach vorne …

Hinunter auf ein rostrotes Lagergebäude.

**

Sie konnte alles sehen, was Bahaghari sehen konnte, sogar im Tod.

Für diejenigen im Inneren des Gebäudes war es, als würde die Welt untergehen.

Aber ihr Geist war frei und steuerte direkt den Vorderwagen des Zuges an, der das Obergeschoss des Lagers durchspießt hatte. Zwei verletzte Schatten, die einzigen Überlebenden, waren direkt hinter ihr, als sie Aunors zusammengebrochenen Körper erreichte, ihr Auge strahlend vor Licht.

Aunor tauchte aus einer leuchtenden Säule auf und wich einem Schwinger des blutenden Schattens aus, bevor sie ihn mit lodernder Handfläche am Bauch traf. Sie brannte sich direkt durch ihn hindurch und rollte mit dem Schwung nach vorne, unter einem donnernden Schuss aus der Kanone des zweiten Schattens hinweg.

Aunor verwandelte die Rolle in einen harten Tritt vom Boden aus und zertrümmerte das ungeschützte Knie des Mannes. Sie stürzte sich auf ihn, als er fiel, und schlug ihn mit einem Ellbogen-Hagel bewusstlos.

Bahaghari tauchte hinter ihr auf. „Es gibt noch drei weitere Leichen … irgendwo unter diesem Zug. Was jetzt?“

Aunor stand auf, bedeckt von Blut und Asche.

„Wir nehmen ihre Geister mit. Alarmiere die Vorhut. Wir haben fünf Abtrünnige in Gewahrsam genommen.“

Aunor fand ihren Mantel im Führerstand, er war zerrissen und übel verbrannt. Sie zog ihn an, heftete sich ihr Kormoranen-Siegel an, setzte sich neben die Leichen und wartete darauf, dass sich die Geister ihrer Gefangenen materialisierten.

Ihr Funkgerät klickte.

„Keine Verluste. Das hast du gut gemacht“, lobte Ikora.

„Sagst du das als Anführerin der Warlocks oder der Verborgenen?“, erwiderte Aunor.

„Als deine Freundin. Du bist ins Schlingern geraten, aber du hast dich wieder gefangen. Zavala und ich wissen deine Hilfe hierbei zu schätzen. Es ist von höchster Wichtigkeit, dass …“

„… Der Vagabund Gambit fortsetzt, ja.“

„Aunor.“

„Ja.“

„Alles in Ordnung? Wir verlangen eine Menge von dir.“

„Ich würde deinen Job nicht machen wollen. Und die Stadt braucht die Verbindungen und Mittel dieser Ratte. Wenn er uns Orin zurückbringen kann …“

„Mmh. Sprechen wir morgen früh darüber.“

Sie blickte auf die brennenden Schienen und die Ruinen des Lagers um sie herum.

Das war wohl von nun an ihr Leben.

Lore: Aunor trifft den Vagabunden

Kurze Zeit nach den Geschehnissen im Bezirk 125

Ziviles Atrium Süd

Der Vagabund umrundete eine Ecke im Basar und schnappte sich ein Tuch, das an einem der Stände hing.

Er schlüpfte durch ein Tor und ging durch eine wenig benutzte Tür in einen zivilen Korridor. Während er weiterging, hüllte er sich in das Tuch, um sein Gesicht zu verbergen. Dabei änderte er nach und nach seine Haltung und sein Tempo: Er bewegte sich etwas langsamer und beugte sich ein wenig tiefer. Als er in das nächste Atrium kam, war es, als wäre er um sechzig Jahre gealtert.

Als er eine Gruppe von Alten sah, die sich in der Sonne wärmten, schlenderte er hinüber, um sich als einer von ihnen hinzusetzen.

„Neu hier?“, krächzte einer.

„So fühlt es sich jedenfalls immer an“, antwortete er in einem näselnden Ton.

„Ich weiß, was du meinst“, sagte der Alte und starrte auf eine Gruppe von vorbeiziehenden Titanen, in deren Rüstungen sich der Himmel wiederspiegelte. „Die da ändern sich nie“, sagte er, während er auf sie deutete. „Aber alles um sie herum können sie nach Belieben ändern. Zum Guten oder zum Schlechten.“

„Da ist was dran.“ Doch das hatte er nicht gemeint. Sobald der Verkehr nachließ, würde er direkt zum Anbau gehen können. Keine Hüter, die ihn über Regeln oder Auszahlungsänderungen für Gambit belästigen.

Er hasste es, mit den Lichtern da raus zu gehen. Ihre Ernsthaftigkeit kotzte ihn an. Er tat es nur, weil er essen musste. Was er an Gambit liebte, war eine einzige Sache: köstliche Partikel der Dunkelheit.

Die Bank knarrte, als sich jemand neben ihn setzte. Er sah nicht einmal auf. Wer auch immer es war, irgendwann würde er wieder gehen.

„Deine Infos waren verlässlich“, sagte eine Stimme. „Zu meiner Überraschung.“

Er drehte sich um und sah eine Frau: braune Haut, krumme Nase, mit intelligenten Augen und einem festen Blick. Sie trug einen schwarzen Mantel und eine leichte Rüstung darunter. Ein Warlock. Er kannte sie nicht. „Du musst mich verwechseln, Liebes“, trillerte er.

Sie reichte ihm eine aufwendig gestaltete Tafel von der Größe einer Titanen-Faust. Ein Kormoranen-Siegel.

„Die Infos, die du uns über die Schatten verkauft hast, waren verlässlich“, wiederholte sie. „Wechselst du die Seiten?“

Er blinzelte. Es brachte nichts, sich zu verstellen. Er setzte sich etwas aufrechter hin. „Ich bin einzig und allein auf meiner Seite. Sind sie am Leben?“

Die Alten zu seiner Rechten runzelten die Stirn und begannen, miteinander zu tuscheln.

„Alle, bis auf einen. Als wir vor Ort ankamen, hatte unser gemeinsamer Freund schon seine Arbeit aufgenommen.“

„Die drei waren Idioten. Auf der Jagd nach Legenden. Keine Gefahr für irgendwen außer für sich selbst.“

„Ich glaube nicht, dass du das beurteilen kannst. Aber sie sind jetzt in Gewahrsam.“

„Wenn du dann fertig bist, möchte ich meine Zeit wieder mit meiner Decke und diesen alten Knackern verbringen.“

„Wir haben uns die Tapes deines Protegés angehört“, sagte sie.

„Ihr Bastarde“, sagte er, ohne sonderlich wütend zu klingen.

„Die Vorhut glaubt, dass sie dich brauchen kann“, sagte sie.

„Und was glaubst du?“

„Du bist ein Verbrecher, dem man nicht trauen kann. Aber … Orin hat dir eine Chance gegeben.“

Er drehte sich um, um sie anzusehen.

„Und ich glaube, dass du denkst, du könntest sie zurückbringen“, fuhr sie fort. Er sagte nichts, sah aber auch nicht weg.

Aunor stand auf. „Schönen Tag noch.“

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Quellen:

https://www.destinypedia.com/

Buch: Der Warlock Aunor

Transkript zu Aunor

Möglich, dass uns dieser Charakter weiterhin begegnen wird. Denn allzu viel ist bisher über Aunor nicht bekannt. Auch ihr Aussehen ist nur spekulativ. Aber wer weiß? Das Licht des Reisenden ist unergründlich …

Epilog

In regelmäßiger Wiederkehr werde ich versuchen, für euch die Geheimnisse und die Begebenheiten hinter den Geschichten zum Vorschein zu bringen. In immer neuen Geschichten rund um die Lore im Destiny-Universum werdet íhr vieles erfahren, was im Verborgenen liegt.

 

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